Grundlagen
Home Nach oben Schilddrüse Hormonstörungen Supervision Seminare Vorträge Zertifikate Kontakt Impressum Datenschutz

 

Home
Nach oben

 

Geschichte der Homöopathie

 Die Homöopathie wurde begründet von dem Arzt Samuel Hahnemann, einem Mann mit hoher Sprachbegabung, der schon sein Studium mit Übersetzungen finanzierte.

Nach einigen Jahren praktischer Tätigkeit in eigener Praxis hängte er den Artzberuf an den Nagel, da er sich mit den damals üblichen Behandlungsmethoden nicht identifizieren konnte. 

Um seine große Familie (11 Kinder) weiter ernähren zu können, begann er wieder mit Übersetzungen.

Während der Arbeit an dem Buch eines Kollegen erfuhr Hahnemann, dass Chinarinde zur Behandlung der Malaria eingesetzt werde. Als kritisch eingestellter Mensch begann er dahingehend mit einem Selbstversuch: er kaute Chinarinde.

Daraufhin entwickelte er ähnliche Symptome wie die eines Malariakranken, z.B. Wechselfieber, Schüttelfrost.

Er schloss daraus, dass Chinarinde sowohl Malaria heilen könne, beim gesunden aber auch Symptome eines Malariakranken erzeugen könne.

Im Lauf der nächsten Jahre prüfte Hahnemann immer neue Substanzen und kam immer wieder zu dem gleichen Ergebnis. Auch fand er heraus, dass kleinste Dosen genügten, um eine Besserung zu erreichen.

So stellte Hahnemann den Grundsatz auf.“ Was krank macht ist auch heilsam“ und bildete den Begriff Homöopathie, der sich aus dem Griechischen ableitet: “Homoios pathos“ à Ähnliches Leiden.

Hahnemann verfasste sein erstes Buch den „Organon der Heilkunst“, in dem er die Grundsätze seiner Heilkunst niederlegte. Hier findet sich auch das Ähnlichkeitsgesetz:

„Similia similibus currentur“ à Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt.

Zu diesem Gesetz gibt es viele einfache Beispiele aus dem Alltag:

bulletErfrierungen reibt man mit Schnee ab
bulletMenschen öffnen sich Problemen eher demjenigen, der Verständnis entwickeln kann, da er bereits Ähnliches erlebt hat.

Arzneimittelprüfungen

In den Prüfungen verschiedener Arzneimittel beschränkte sich Hahnemann nicht nur auf körperliche Symptome. Er sammelte alle Veränderungen, die eintraten, d.h. er betrachtete den Menschen in seiner Gesamtheit, nicht nur einzelne Ausschnitte.

Aus den Sammlungen aller auftretenden Symptomen bildeten sich die „Arzneimittelbilder“, nach denen Homöopathen noch heute arbeiten. Auch nach Hahnemann fanden immer mehr Prüfungen an gesunden Menschen statt, sodass wir heute über eine große wertvolle Sammlung von Arzneimittelbildern verfügen, die “Materia medica“ 

Die Wirkungen homöopathischer Substanzen entfalten sich auf drei Ebenen:

bullet

körperlich

bullet

emotional

bullet

und geistig.

Symptome aus allen diesen Bereichen werden in einem Arzneimittelbild gesammelt, sodass eine sehr detaillierte Zusammenstellung des Wirkungsspektrums der Mittel entsteht. 

Ablauf der homöopathischen Behandlung

Aufgabe des Therapeuten / Homöopathen ist es nun, ein Mittel zu finden, das in seinem Wirkspektrum dem Zustand des jeweiligen Pat. am ähnlichsten ist.

Dies erfolgt in einem ausführlichen Gespräch, der so genannten Erstanamnese, was sich über mehrere Stunden erstrecken kann.

Hier werden alle Symptome der sich uns anvertrauenden Person in größtmöglicher Genauigkeit erfasst. Wichtig sind nicht nur aktuelle Dinge, sondern auch solche die bis in die früheste Jugend, ja sogar Schwangerschaft zurückgehen können.

Man sammelt eine möglichst genaue Beschreibung der Person auf allen drei Ebenen (körperliche Beschwerden, emotional, bzw. Gefühlsebene, sowie geistige Symptome), um die ihm eigene unverwechselbare Individualität herauszuarbeiten.

 Paragraph 1 des Organon lautet:

„Des Arztes oberste und einzige Pflicht ist es, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt“

Er fordert also, sich nicht mit einzelnen Teilen der Erkrankung zu befassen, sondern immer den Mensch in seiner Gesamtheit zu erfassen, was ein qualifizierter Homöopath in der Erstanamnese versucht.

Besonders wichtig sind alle außergewöhnlichen Krankheitserscheinungen (z.B Halsschmerz besser durch schlucken fester, harter Nahrung oder Wohlbefinden bei Verstopfung), da sie den einzelnen Menschen unverwechselbar machen und dem Therapeuten wichtige Hinwiese auf das zu wählende Mittel geben.

 Auch die Beantwortung folgender Fragen sind neben vielen anderen in einem Erstgespräch von großer Bedeutung.:

bulletSeit wann bestehen die Beschwerden?
bulletWo sind die Beschwerden
bulletWann treten die Beschwerden bevorzugt auf?
bulletWie sind die Schmerzen / Beschwerden?
bulletWas verbessert, was verschlechtert?

Durch alle diese Informationen und einen vorgegebenen aufwendigen Weg der Mittelfíndung gelangt der Homöopath zu seiner Diagnose: er findet ein Arzneimittelbild, das in seiner Beschreibung den Informationen des Patienten am ähnlichsten ist.

So kann es vorkommen, dass 10 Patienten, die alle mit dem Symptom „Kopfschmerz zu uns kommen 10 verschiedene homöopathische Mittel verordnet bekommen, da bei jedem individuelle Unterschiede bestehen.

In der Schulmedizin hingegen heißt es: gleiches Leiden – gleiche Therapie (Medikament). 

Definition Krankheit - Gesundheit

Um überhaupt entscheiden zu können ob eine Mensch krank ist, bedarf es der Definition der Begriffe Gesundheit und Krankheit  aus der Sicht der Homöopathie.

In gesunden Zustand befinden sich alle drei Ebenen in einem harmonischen, fließenden Gleichgewicht. Der Organismus wird dadurch anpassungsfähig an die verschiedensten Lebensumstände.

Diese wird bewirkt durch die Lebenskraft, welche den Organismus in Ordnung /Harmonie hält, ihn kontrolliert. Die Lebenskraft hält uns am Leben und gesund, solange sie ausreichend stark ist um Faktoren, welche die Harmonie stören könnten zu eliminieren.

 Krankheit ist eine Störung der Lebenskraft durch ein starkes krankmachendes Agens, welches die Harmonie stört.

Die Lebenskraft wird verstimmt, kann den Störfaktor nicht eliminieren.  Daher sendet sie Symptome aus, um auf dies Störung hinzuweisen. Zunächst sind es zarte, fast unmerkliche Feinsymptome, welche oft in der Schulmedizin noch nicht als Krankheitszeichen gedeutet werden. Allmählich aber klopft die Lebenskraft immer stärker an, um auf die bestehende Disharmonie hinzuweisen, sendet immer stärkere Warnsignale (sprich Symptome) aus.

Sie versucht, den krankmachenden Reiz zu eliminieren, schafft Ventile zur Entlastung, z.B. Fieber, Hautausschläge, Durchfälle, Erbrechen, Schweißausbrüche, u.a.m.

 Bei einer akuten Krankheit gelingt es der Lebenskraft, die krankmachenden Einflüsse entweder aus eigener Kraft oder durch die Unterstützung mit homöopathischen Mitteln zu eliminieren. 

Im chronischen Fall aber schafft es die Lebenskraft nicht, den Krankheitsfaktor völlig zu beseitigen, sodass die Krankheit in gewissen Zeitabständen immer wieder auftritt.

Gerade durch die schulmedizinische Behandlung mit Antibiotika , aber auch durch oberflächlich ausgewählte homöopathische Arzneimittel kommt es häufig zu keiner echten Ausheilung, sondern lediglich zu einer Unterdrückung der Krankheitszeichen.

So bleibt die Krankheit im Körper und tritt immer wieder auf, entweder in der gleichen Erscheinung oder die Symptome verschieben sich immer tiefer in den Organismus, so dass nach jeder Unterdrückung es eigentlich zu einer Verschlimmerung mit eventueller Verschiebung der Krankheit auf eine andere Ebene kommt.

Dafür gibt es in jeder homöopathischen Praxis zahlreiche beispiele. Lassen sie mich eines erwähnen:

Eine Mutter stellt ihr Kind wegen starker Konzentrationsstörungen (geistige Ebene) in meiner Praxis vor. Während der Fallaufnahme berichtet sie, dass im Kleinkindalter immer wieder Ohrenschmerzen (körperliche Ebene) auftraten, die entweder mit Antibiotika oder (aus meiner Sicht ) oberflächlich gewählten Homöopathika unterdrückt wurden .In der Folgezeit entwickelte sich ein Bronchialasthma (körperliche Ebene, aber ein schwerwiegenderes Symptom), dem mit Kortison begegnet wurde. Nach zwei Jahren kamen Angstzustände mit Schlafstörungen hinzu (emotionale Ebene) und in der Grundschule fiel dann dem Lehrer die starke Konzentrationsschwäche (geistige Ebene) auf. 

Die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten resultiert aus einer tiefen, ererbten oder erworbenen Störung der Lebenskraft, den Miasmen. Diese sind tief in uns verankerte Wurzeln chronischer Krankheiten.

Bei Unterdrückungen, bzw. oberflächlichen Behandlungen werden diese Störungen nicht erfasst.

 Werden an einem schlecht tragenden Obstbaum nur die verdörrten Äste abgeschnitten, ohne Boden und Nahrung mit zu begutachten, wird er auch im nächsten Jahr nur wenig Früchte tragen. Gibt man aber den kranken Wurzeln und dem kargen Boden Nahrung wird sich das Ergebnis erheblich verbessern. Ebenso muss man auch beim Menschen tiefe Ursachen einer Krankheit erkennen lernen und mit behandeln, um zu einem dauerhaften Erfolg zu gelangen.

Durch Gabe des Konstitutionsmittels das man nur finden kann, wenn man alle Aspekte –auch weit zurückliegende- mitbeachtet, ermöglicht man eine Behandlung auch tief verwurzelter Schwächen der Lebenskraft. 

Was bewirken homöopathische Mittel?

Sie führen zu einer Stärkung der Lebenskraft, so dass diese wieder in die Lage versetzt wird, Symptome zu eliminieren und im Idealfall die Harmonie zwischen allen drei Ebenen wieder herzustellen.

Durch das Similimum, d.h. das ähnlichste Mittel setzt man eine Kunstkrankheit, die der des Erkrankten möglichst ähnlich ist. So hält man der Lebenskraft den Spiegel vor, sie erkennt die Störung, will sie als krankmachenden Reiz ausschalten . Über die Beseitigung der Kunstkrankheit eliminiert sie die eigenen Symptome mit. 

Wirkung homöopathischer Arzneimittel

Wodurch aber können homöopathische Mittel eine Stärkung der Lebenskraft erreichen, wo sie doch in so hohem Maße verdünnt sind, dass die Ausgangssubstanz chemisch nicht mehr nachweisbar ist.

Der Grund hierfür liegt in der Potenzierung: Die Mittel werden nach der Verdünnung noch einem Verschüttelungsverfahren unterzogen, durch welches sie erst ihre Heilkraft entfalten können.

Zitat Hahnemann:

„Was die Zähne kauen ist die Arznei nicht. Niemand sieht die Arznei. Es liegt nicht am Leib, sondern an der Kraft.“

Nicht die Ausgangssubstanz ist entscheidend, sondern die sich durch die Potenzierung entfaltende Heilkraft. So kann man auch Stoffe zu Heilzwecken verwenden, welche als Ursubstanz hoch giftig wirken, wie z.B.- Arsen oder Schlangengifte.

 Zur Verdeutlichung:

Ein Buch wird chemisch auf seine Bestandteile untersucht. Dabei findet man viele Substanzen, der wichtigste Bestandteil jedoch geht verloren: die Informationen, die  das Buch enthält.  

Potenzen

Der Homöopathie stehen drei unterschiedliche Potenzarten zur Verfügung:

bulletD-Potenzen
bulletC-Potenzen
bulletLM, bzw. Q-Potenzen

Sie unterscheiden sich durch den Grad der Verdünnung, sowie die unterschiedliche Potenzierung.

Ab der Potenz von D24, bzw. C12 sind keine Moleküle der Ausgangssubstanzen mehr nachweisbar.

Je höher die Potenz, desto tiefgreifender und langanhaltender die Wirkung.

D-Potenz müssen häufiger gegeben werden, während C-Potenzen eine Depotwirkung von mehreren Wochen bis zu Jahren entfalten können.

Zur Behandlung tief verwurzelter chronischer Erkrankungen wird man immer Hochpotenzen benötigen, da nur sie auf tieferen Ebenen (emotional oder geistig) wirksam werden können.  

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung

Wichtig für eine effiziente homöopathische Behandlung sind mehrere Faktoren:

bulletRichtiges Mittel

In der klassischen Homöopathie  wird immer nur ein Mittel verordnet, niemals Komplexpräparate, in denen mehrere Mittel gemischt und dann zu einer Tablette verarbeitet wurden.

Von Komplexmitteln gibt es keine Prüfungen, so dass man keine Aussagen über ihr Wirkspektrum machen und daher den Heilungsverlauf nicht richtig beurteilen kann.

Weiterhin werden oft Mittel mit gegensätzlichen Mittelbildern gemischt, die man niemals in einer Person zusammen antreffen wird oder die sich gegenseitig in ihrer Wirkung aufheben können.

bulletRichtige Potenz und Dosierung

Beides muss individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden, da jeder Mensch unterschiedlich auf den durch das Mittel gesetzten Reiz reagiert.

Ist der Reiz zu stark, wird die Lebenskraft überfordert. Es entsteht dadurch eine weitere Schwächung, statt einer Stärkung. Bei einer zu schwach gewählten Potenz nimmt die Lebenskraft den Reiz nicht wahr und kann deshalb nicht reagieren.  

Heilungsverlauf

Zitat Hahnemann:

„Die Heilung erfolgt sanft, schnell und dauerhaft.“

Nach der Mitteleinnahme kommt es zu einer Erstreaktion in mehr oder weniger starker Ausprägung, bedingt durch die Auseinadersetzung mit der Krankheit. Dabei verstärken sich die Krankheitssymptome zunächst für kurze Zeit, um dann zu verschwinden. Auch Symptome früher durchlebter Erkrankungen können nochmals auftreten. Die Erstreaktion ist erwünscht, denn sie zeigt dem Therapeuten, dass das Mittel gut und richtig gewählt wurde.

Über Potenzwahl und Dosierung lässt sich aber die Stärke der Erstreaktion vielfach auf ein Mindestmaß reduzieren, z.T. wird sie gar nicht bemerkt.

Im Verlauf der Behandlung kommt es auch zu Ausscheidungen, bei denen Giftstoffe, die sich im Körper angesammelt haben (z.B. Reste von Antibiotika oder anderer schulmedizinischer Medikamente) vom Körper abgegeben werden. 

Heilung erfolgt in der Homöopathie immer in einer bestimmten Art und Weise, entsprechend der Hering`schen Regel:

bulletVon Innen nach außen

Die drei Ebenen stellt man sich ineinandergeschachtelt vor. Außen liegt die körperliche, in der Mitte die emotionale und innen die geistige Ebene.

Im Heilungsverlauf verlagern sich Krankheitserscheinungen von der geistigen auf die emotionale oder von der emotionalen auf die körperliche Ebene

Beispiel:

Dem Patient geht es seelisch besser, dafür aber erblüht ein Hautausschlag.

bulletVon oben nach unten

Innerhalb der Organe gibt es in der Homöopathie eine Hierarchie. Während der Heilung verschieben sich Symptome von höher- zu niederwertigeren Organen.

Heilung kann aber auch am Körper von oben nach unten erfolgen, d.h. von Kopf in Richtung Fuß.

Symptome am oberen Teil des Körper verschwinden, dafür treten andere an unteren Körperregionen in Erscheinung.

bulletIn der umgekehrten Reihenfolge des Auftretens

Krankheiten die zuletzt auftraten verschwinden zuerst, lange zurückliegende Gesundheitsstörungen erst zum Schluss.

Beispiel:

Ein Patient leidet seit seiner Kindheit an Kopfschmerzen, seit 5 Jahren an Magenproblemen und seit einem Jahr an Asthma.

Zuerst wird das Asthma besser, danach legen sich die Magenprobleme und erst am Schluss verschwinden die Kopfschmerzen. 

Idealfall:

Alle Symptome werden von der Lebenskraft beseitigt, die Harmonie wiederhergestellt, d.h. der Patient wird vollständig geheilt.  

Dauer der Behandlung

Diese ist nicht vorauszusagen. Sie ist abhängig von dem Zustand und der Reaktionskraft der Lebenskraft.

Bei Kindern ist die Lebenskraft meist noch nicht so stark geschwächt, so dass die Heilung schneller vonstatten gehen kann. Oftmals genügt hier ein Mittel.

Beim Erwachsenen hingegen erfolgten meist bereits viele Unterdrückungen, die zu einer tieferen Störung der Lebenskraft führten, so dass die Behandlung sich über längere Zeiträume erstrecken wird, bei der mehrere Mittelgaben notwendig sind 

Oberstes Gebot: GEDULD HABEN  

Grenzen der Homöopathie

Eine vollständige Heilung ist nicht zu erwarten bei:

bulletSchwersten oder unheilbaren Krankheiten
bulletSchweren Organdefekten
bulletNach vielen Operationen
bulletWenn ständig starke Medikamente eingenommen werden müssen

Zwar kann man keine Heilung erwarten, jedoch eine Linderung der Beschwerden wird man immer erreichen können und damit dem Patienten trotzdem in nicht unerheblichem Maß helfen.

Linderung bedeutet:

bulletMehr innere Ruhe
bulletWeniger Schmerzen
bulletReduzierung von Medikamenten
bulletLeichteres Annehmen der Krankheit